Einspeisung ins Stromnetz

FAQ – Einspeiser < 135 kW

Von der Anmeldung bis zur Inbetriebnahme

Jede Erzeugungsanlage muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Dieser prüft die Anlage auf Netzkonformität. Erst wenn die Unbedenklichkeit des Anschlusses und damit der Einspeisung attestiert ist, kann die PV-Anlage in Betrieb genommen und die Stromeinspeisung über oder in das Netz des zuständigen Versorgungsunternehmens gestartet werden.

Um unnötige Kosten für den Anlagenbetreiber zu vermeiden, empfehlen wir die Anmeldung und die dazugehörige Genehmigung vor Errichtung der Anlage einzureichen bzw. einzuholen.

Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 100 kW, sind gemäß § 21 Abs. 1 S. 1 i. V. m. §§ 19 und 20 EEG verpflichtet, den erzeugten Strom direkt zu vermarkten oder selbst zu verbrauchen. Ist es nicht möglich, den erzeugten Strom vollständig selbst zu verbrauchen, ist es erforderlich, einen entsprechenden Direktvermarkter mitzuteilen, dem der Strom zugeordnet werden kann.

Technische Vorgaben zum Einspeisemanagement gem. § 9 EEG 2021

Inbetriebnahme vor BSI-Markterklärung

Der Anlagenbetreiber hat das Wahlrecht den Wechselrichter auf 70% zu begrenzen oder eine Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung vorzuhalten. Dies wird durch eine Funk-Rundsteuer-Einrichtung umgesetzt.

Der Anlagenbetreiber muss eine Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung vorhalten. Dies wird durch eine Funk-Rundsteuer-Einrichtung umgesetzt.

Der Anlagenbetreiber muss eine Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung und zur Abrufung der Ist-Einspeisung vorhalten. Dies wird durch einen GPRS-Fernwirkeinrichtung umgesetzt.

Erhebung der EEG-Umlage bei Eigenversorgung mit Überschusseinspeisung

Der Strom aus der betreffenden Anlage wird ausschließlich vom Anlagenbetreiber selbst verbraucht (Eigenversorgung gem. § 3 Nr. 19 EEG). Etwaige nach dem Eigenverbrauch verbleibende Strommengen werden in das Netz des Netzbetreibers eingespeist.

  • Liegt die Anlagenleistung unter 30 kW und beträgt der Eigenverbrauch weniger als 30.000 kWh pro Jahr ist der Anlagenbetreiber von der Zahlung der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch befreit.
  • Liegt die Anlagenleistung über 30 kW und/oder beträgt der Eigenverbrauch mehr als 30.000 kWh pro Jahr ist der Anlagenbetreiber anteilig zur Zahlung der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch verpflichtet.

Zur Ermittlung des Eigenverbrauchs ist in diesen Fällen ein zusätzlicher Zähler zur Messung der Gesamterzeugung notwendig.

Schritt für Schritt

Den genauen Ablauf können Sie folgender Übersicht entnehmen:

Die Anmeldung erfolgt durch den Anlagenbetreiber oder durch die Errichterfirma im Auftrag des Anlagenbetreibers. Hierfür sind folgende Unterlagen erforderlich:

a.       FS2003 Antragstellung
b.       FS2003 A Datenblatt der Erzeugungsanlage
c.       Ggf. FS2003 B Datenblatt Speicher
d.       Unterschriebenes Messkonzept
e.       Lageplan
f.        Übersichtsschaltplan
g.       Ggf. Vollmacht
h.       Einheitenzertifikat nach der aktuell gültigen VDE-AR-N 4105
i.         Zertifikat für den NA-Schutz nach der aktuell gültigen VDE-AR-N 4105

Diese Unterlagen finden Sie unter direkt am Ende dieser Ablaufbeschreibung.

Die Erzeugungsanlage und/oder der Speicher wird auf Netzverträglichkeit geprüft.

Wird der Betrieb der Anlage durch die Stadtwerke Schweinfurt GmbH genehmigt, erhält der Anlagenbetreiber das Genehmigungsschreiben mit allen relevanten Unterlagen.

Nach Errichtung der PV-Anlage zeigt die Errichterfirma die Fertigstellung mittels FS4001 Fertigstellungsanzeige an. (Bei einer Vorabinbetriebnahme werden zusätzlich FS2005 Inbetriebsetzungsprotokoll und Fotonachweise der Module, des Wechselrichters und ggf. des Speichers verlangt.)

Sobald die Fertigstellungsanzeige (FS4001) vorliegt, kann ein Termin für die Inbetriebnahme bzw. Abnahme der Anlage beim Netzbetreiber vereinbart werden.

Am Tag der Inbetriebnahme/Abnahme ist das Inbetriebnahmeprotokoll (FS2004) vom Netzbetreiber und die Phasenbelegung zusätzlich vom Anlagenerrichter zu unterschreiben. Sollte keine Vorabinbetriebnahme stattgefunden haben, ist das Inbetriebsetzungsprotokoll am Tag des Netzzugangs auszufüllen.

Einspeiseanlagen und Stromspeicher sind vom Anlagenbetreiber spätestens vier Wochen nach Netzzugang unter www.marktstammdatenregister.de zu registrieren. Kommt der Anlagenbetreiber dieser Pflicht nicht nach, ist der Netzbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet die Zahlung für die Anlage einzubehalten und erst auszubezahlen, sobald die Registrierung erfolgt ist.

Nach Inbetriebnahme wird die Erzeugungsanlage systemseitig erfasst. Der Anlagenbetreiber erhält ein Begrüßungsschreiben in dem die berechnete monatliche Einspeisevergütung mitgeteilt wird. Die Auszahlung der monatlichen Einspeisevergütung erfolgt in Form von gleichbleibenden Abschlägen.

Der Anlagenbetreiber ist verpflichtet alle erforderlichen Zählerstände zum 31.12. des Abrechnungsjahres mitzuteilen. Die Abrechnung der tatsächlichen Mengen erfolgt dann Anfang des Jahres für das vergangene Jahr.

Einspeisung, BHKW, KWKG, Brennstoffzelle, PV-Anlage, EEG, Anmeldung, Fertigmeldung