Historisches

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1817 - 1853

1817 - 1853

Das Bedürfnis nach einer besseren Beleuchtung der Straßen löste Mitte des 19. Jahrhunderts den Aufbau der kommunalen Gasversorgung in der Stadt Schweinfurt aus. Die Beleuchtung mit Öllampen war damals nur sehr dürftig.

In Schweinfurt war der Apotheker Georg-Friedrich Degner seiner Zeit voraus. Er beleuchtete schon 1817 seine Privat- und Geschäftsräume durch eigenerzeugtes Gas. Das war, so heißt es, die erste praktische Anwendung des Leuchtgases auf dem Festland Europa.

Damit gab der Apotheker Degner dem Magistrat der Stadt ein richtungweisendes Beispiel. Bis 1819 gab es in Schweinfurt überhaupt keine öffentliche Beleuchtung. Erst ab dem 10. Oktober 1825 ist die Straßenbeleuchtung eine rein städtische Angelegenheit. Eine Beleuchtungsanstalt betreute damals 26 Öllampen. Im letzten Jahr vor der Eröffnung des Gaswerkes stieg die Anzahl der Lampen auf 87 Stück.

Zur damaligen Zeit ging es darum, eine bessere Beleuchtung der Straßen, Wohnungen und Arbeitsstätten zu erreichen. So befasste sich der Magistrat der Stadt von 1840 bis 1850 ernsthaft mit der Verbesserung der örtlichen Straßenbeleuchtung  in Schweinfurt. Das führte 1853 zu Verhandlungen mit dem Beleuchtungsfachmann Ludwig August Riedinger in Augsburg. Es ging um die Errichtung der Gasbeleuchtung in Schweinfurt. Voraussetzung war, dass sich sowohl Privatabnehmer, als auch Geschäfte an der Gasabnahme zu Beleuchtungszwecken beteiligen.

1857

1857

Ludwig August Riedinger und die Stadt Schweinfurt gründeten eine Aktiengesellschaft, an der die Stadt mit 70.000 Gulden beteiligt war. Im April 1857 war es dann soweit: Das Fachunternehmen Riedinger begann mit dem Bau der Beleuchtungsanstalt auf Steinkohlebasis. Die Stadt zählte damals 8421 Einwohner und war durch ihre beginnende Industrie bereits eine bekannte und aufstrebende Stadt.

Nach einer Bauzeit von gerade einmal sieben Monaten wurde bereits am 27. November 1857 das Werk eröffnet. Erstellt wurde die Beleuchtungsfabrik auf Steinkohlenbasis für eine Jahresleistung von 200.000 m3. Zu dieser Zeit waren 148 öffentliche Laternen an das Netz angeschlossen. Durch Erhitzung von Kohle unter Luftabschluss gelang es, ein Gas zu erzeugen, das durch Röhren dem Verbraucher zugeleitet wurde. Durch die Gasverbrennung entstand eine leuchtende Flamme.

1860 - 1889

1860 - 1889

Schon zu Beginn der Gasversorgung erkannten die Stadtväter in Schweinfurt, dass es bei der Beleuchtung der Straßen nicht bleiben wird. Deshalb kaufte die Stadt 1860 das gesamte Aktienpaket von Riedinger. Ab diesem Zeitpunkt lag die Verantwortung für die zukünftige Entwicklung der Erdgasversorgung in Schweinfurt in den Händen der Stadt. In den nächsten 20 Jahren stieg der Gasverbrauch langsam aber stetig.  Inzwischen hatte Gas in Schulen und Industrie Einzug gehalten. Auch zum Antrieb von Motoren wurde es bereits eingesetzt. 1875 überschritt die Erdgasabgabe erstmals die Leistungsfähigkeit der erstellten Anlage. Es wurde über eine Erweiterung nachgedacht. Im Jahr 1876 wurde deshalb ein neuer Ofen mit sechs Retorten sowie ein dritter Gasbehälter mit 1000 m3 Inhalt erstellt. Der gesamte Behälterraum betrug damit 1800 m3. Das führte zur Verdoppelung der Leistungsfähigkeit des Werkes. In den Folgejahren wurde immer wieder umgebaut und optimiert. Das war notwendig, um mit dem steigenden Verbrauch und der wachsenden technischen Entwicklung Schritt zu halten. Neben vielen anderen Erweiterungsaktivitäten wurde 1889 die Kohlenhalle verlängert und ein weiterer Gasbehälter mit 2000 m3 errichtet. Dieser Behälter stand auch noch zum 100-jährigen Jubiläum 1957.

1905 - 1957

1905 - 1957

1905 kam mit dem Strom die elektrische Beleuchtung nach Schweinfurt. Das Elektrizitätswerk wurde eröffnet und führte mehr und mehr zum Rückgang der Gasverwendung im Beleuchtungsbereich. Durch die rasant zunehmende Entwicklung der Gasverwendung in Haushalt und Gewerbe stieg der Gasverbrauch jedoch bald wieder an. 1905 überschritt die Gasabgabe mit 1.045.915 m3 erstmals die Millionengrenze. Es folgten wiederum Umbauten und Erweiterungen. Während des ersten Weltkrieges war das Werk wieder an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt. Bis 1933 waren dann die Produktionsanlagen soweit abgewirtschaftet, das jederzeit mit einem Zusammenbruch gerechnet wurde. 1934 war es dann soweit, das Gaswerk wurde auf eine Tageskapazität von rund 4 Millionen m3 ausgebaut. Der Prozess der Erweiterungen und Verbesserungen ging weiter, denn das Gaswerk hatte sich permanent der wachsenden Nachfrage von Industrie und Haushalt anzupassen. 1957 wurde in Schweinfurt die klassische Gaserzeugung aus Steinkohle erstmals mit der Erstellung einer Flüssiggaszusatzanlage für die Abdeckung von Spitzenbedarf durchbrochen.

1961 - 1971

1961 - 1971

Bereits am 28. Juli 1961 gründeten 16 nordbayrische Städte in Bamberg die Arbeitsgemeinschaft „Nordbayrische Ferngasversorgung“. Am 7. September 1962 folgte die Gründung der Ferngas Nordbayern GmbH mit den Gesellschaftern Ruhrgas AG, Saarferngas AG und Luitpoldhütte AG. Die Voraussetzung dazu schafften 28 Städte durch ihre Bezugsverpflichtungen. Am 8. Oktober 1963 schloss sich Schweinfurt der Ferngasversorgung an.

1963 erfolgte die Einführung der günstigen Vollversorgungs- und Heiztarife. Diese Tarife gewannen durch den verstärkten Heizgasverbrauch zunehmend an Bedeutung. 1969 wurde die Gasversorgung auf das „Gewerbegebiet Süd“ ausgedehnt und 1970/71 wurde durch weiterführende Anlagen die Gasversorgung der Industrie sichergestellt.

Nach 2000

Nach 2000

2003 wird der Gashochdruckring geschlossen. Insgesamt wurden dafür 3.293 Meter zusätzliche Hochdruckleitung verlegt. Im gleichen Jahr versorgen die Stadtwerke Schweinfurt GmbH rund 17 000 Kunden über ein 335 Kilometer langes Versorgungsnetz bei einem Gesamtverbrauch von rund 800 Millionen kWh. 

Zum 150-jährigen Jubiläum 2007 haben die Schweinfurter Stadtwerke eine Chronik aufgelegt. Darin ist detalliert aufgeführt, wie alles begann und die Erdgasversorgung im Laufe der Jahre entwickelt hat.